Neue Talentschmiede ist eröffnet
Eine solch geballte "Ladung" an Sportprominenz sieht Neumünster nicht alle Tage. Die Eröffnung der Stefan Schnoor Arena an der Fehmarnstraße sorgte dafür, dass sich gleich mehrere ehemalige deutsche Elitekicker ein Stelldichein in Wittorf gaben und sogar eine Kostprobe ihres immer noch exzellenten Könnens gaben. Das Team um Michael Rummenigge und Europameister Thomas Helmer bezwang eine Auswahl aus Neumünster stammender Kicker in zwei Mal 20 Minuten mit 15:12. Mehrere hundert Schaulustige drängten sich um das Spielfeld, um die Stars zaubern zu sehen. Rummenigge, der mit seinem Know-how - er besitzt eine vergleichbare Halle im westfälischen Münster - und seiner Firma maßgeblich am Umbau der alten CIS-Tennishalle beteiligt war, eröffnete den Torreigen bereits nach gut 30 Sekunden, den letzten Treffer des Tages markierte sein Teamkollege Gerhard Delling. Der in Rendsburg geborene ARD-Moderator und kongeniale TV-Partner des Ex-Nationalspielers Günter Netzer schob eiskalt zum 15:12-Endstand ein.
Der Tag der offenen Tür anlässlich der Einweihung der Indoor-Soccerhalle lockte zahlreiche Neugierige an. Rund 1000 Gäste durfte die Betreibergesellschaft um den ehemaligen Profi Stefan Schnoor (277 Bundesligaeinsätze für den HSV und VfL Wolfsburg, 72 Spiele für Derby County in der englischen Premier League) sowie das Ehepaar Frederik und Silke Gartzke begrüßen. Darunter waren 120 geladene lokale "Promis", wie Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek, die Verbandsbosse Stefan Lehmann (Kreissportverband) und Stephan Beitz (Kreisfußballverband) oder die Vereinsvorsitzenden Herbert Sander (VfR) und Ingo Sellmer (Blau-Weiß Wittorf).
"Wir haben ein positives Echo vernommen", freute sich Mitinhaber Frederik Gartzke über die Resonanz am Eröffnungstag. "Besonders die neueste Kunstrasen-Generation sorgte bei unseren Besuchern für Begeisterung", verriet er. Den Kritikpunkt einiger Pessimisten, der Zeitpunkt der Halleneröffnung im Sommer sei ungünstig gewählt, begegnete er. "Für uns ist wichtig, dass wir in einer ruhigeren Phase im Jahr den Betrieb aufnehmen. Denn somit können wir die gesammelten Erfahrungen im Winterhalbjahr 2010/2011 umsetzen, wenn wir starken Zulauf erwarten", erklärte Frederik Gartzke. Da bereits mehrere Buchungen für Kindergeburtstage vorliegen, überdies die SH-Liga-Frauenmannschaft des MTSV Olympia ein Abo gelöst hat, dürften die von ihm erwähnten ersten Erfahrungen schon in Kürze gemacht werden. "Es ist eine Arena, die keine Wünsche offen lässt", versprach Centermanager Folke Müller bei seiner Eröffnungsansprache eine "Rundum-sorglos-Betreuung". Stadtpräsident Strohdiek sagte, er sei davon überzeugt, "dass sich die Halle als Schwerpunkt etablieren wird". Michael Rummenigge wurde deutlicher ("Neumünster kann stolz sein. Die Halle befindet sich auf Topniveau."), Namensgeber Stefan Schnoor gar pathetisch. "Für mich ist das so, als würde ich nach Hause kommen", äußerte sich der gebürtige Schwalestädter, der das fußballerische Abc beim VfR und MTSV Olympia erlernte, ehe er seine große Karriere startete. Und wer weiß, vielleicht steht die Wiege des nächsten Neumünsteraner Fußballprofis ja tatsächlich an der Fehmarnstraße.
Neumünster-Auswahl: Sönke Winter (langjähriger PSV-Torwart) - Frederik Gartzke (früher VfR, Gut Heil, SV Wasbek), Norbert Heitmann (Trainer Polizei-SV Union), Stefan Schnoor (Ex-Erstligaprofi), Bernd Siedschlag (Co-Trainer Polizei-SV Union), Tim Siedschlag (Drittligaspieler von Holstein Kiel) sowie als Gastspieler Jürgen Erzinger (Firma "Kärcher") und Arnd Schade (Geschäftsführer "Trendsport Rummenigge").
Ex-Profis: Torwart-Leihgabe Klaus Begas (lebende Legende des TSV Gadeland) - Ansgar Brinkmann (59 Erst- und 316 Zweitligaspiele, unter anderem für Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und VfL Osnabrück), Gerhard Delling (renommierter Fernsehmoderator der ARD), Thomas Helmer (68-facher A-National- und 390-facher Erstligaspieler, Europameister 1996, Uefa-Cup-Sieger 1996 und drei Mal Deutscher Meister mit Bayern München), Manfred Kaltz (69-facher A-National- und 581-facher Erstligaspieler, Europameister 1980, Vizeweltmeister 1982, zweimaliger Europapokal-Gewinner mit dem Hamburger SV 1977 und 1983, drei Mal Deutscher Meister und zwei Mal DFB-Pokalsieger mit dem HSV, Erfinder der so genannten Bananenflanke), Dirk Köhlert (ehemaliger Regionalligaspieler von Holstein Kiel), Torsten Koop (ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter), Michael Rummenigge (zweifacher A-National- und 309-facher Erstligaspieler, drei Mal Deutscher Meister mit Bayern München sowie zwei Mal DFB-Pokalsieger mit Bayern und einmal DFB-Pokalsieger mit Borussia Dortmund), Dieter Schlindwein (186 Einsätze in der 1. und 214 Einsätze in der 2. Bundesliga, Kultspieler des FC St. Pauli und DFB-Pokalsieger 1988 mit Eintracht Frankfurt).>
Tore: 0:1 Rummenigge, 0:2 Brinkmann, 1:2 T. Siedschlag, 1:3 Köhlert, 2:3 T. Siedschlag, 2:4 Schlindwein, 2:5 Rummenigge, 2:6 Helmer, 3:6 Schnoor, 4:6 Schnoor, 4:7 Delling, 5:7 T. Siedschlag, 6:7 Schade, 6:8 Kaltz, 6:9 Kaltz, 7:9 Schnoor, 8:9 Schnoor, 8:10 Delling, 9:10 Schnoor, 9:11 Köhlert, 10:11 T. Siedschlag, 11:11 Schade, 11:12 Kaltz, 12:12 Schade, 12:13 Brinkmann, 12:14 Brinkmann, 12:15 Delling.

Geballte Prominenz bei der Einweihung der Stefan Schnoor Arena: Das Eröffnungsspiel bestritten Ex-Profis (blaue Trikots) und eine Neumünster-Auswahl (rote Jerseys). Die Aufgebote bildeten Michael Rummenigge, Sönke Winter, Klaus Begas, Jürgen Erzinger, Dieter Schlindwein, Bernd Siedschlag, Gerhard Delling, Norbert Heitmann, Manfred Kaltz, Thomas Helmer (hi. v. li.), Torsten Koop, Ansgar Brinkmann, Stefan Schnoor, Tim Siedschlag, Frederik Gartzke, Dirk Köhlert und Arnd Schade (vo. li.).
Text und Foto: Arne Schmuck/sportpresse nord, sh:z



















